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angekommen?! | wenn der wahnsinn eine pause einlegt

"angekommen?!" - Leseprobe:

angekommen?!

enge unendlichkeit
im wattekokon eingeschlossen
ich atme schwer

dunkles licht
durchbohrt den kern
wahrheiten zerbröseln
im meer der lüge

ein schlag sprengt den panzer
gedankenblitze tanzen

illusionen
sind an wirklichkeit
zerbrochene realitäten
umhüllt von eisiger wärme

vertrautes blendwerk
will ich halten
doch -
im licht ertrunkene gedanken
tanzen durch bunte wolken

ich bin im leben
angekommen


kartenhaus

das kartenhaus
zusammengestürzt
aus dem himmelsschloss
gefallen
hart auf dem boden
aufgeschlagen
illusionen zerplatzt
die heile welt bedroht


realität verschafft sich
zutritt


lebensbilder

schließe ich die augen
sehe ich deine hohlen wangen
deine tief-schwarzen augen
die ihren glanz verloren haben
spüre ich dein knöcheriges gesicht
das mich verzweifelt ansieht

schließe ich die augen
sehe ich deinen schiefen mund
der mich angrinst
fühle deinen leblosen arm
der dir noch nicht gehorcht
höre ich deine stimme
die unentwegt plappert
um die angst zu übertönen

schließe ich die augen
sehe ich deine dünnen finger
deinen zerschundenen körper
fühle ich deine seele
die von der schippe gezerrt
weiter machen muss

schließe ich die augen
höre ich dein hektisches herz
spüre deine wachsamen augen
und sehe deine ohnmacht
als dir die kontrolle entgleitet

schließe ich die augen
sehe ich mich in euch
und spüre eure angst
als einen teil von mir

bilder fließen aus meinen augen
kleben an meinem herz
dennoch sehe ich die welt mir zu füßen liegen
gewinne meine ureigene kraft zurück


gedankenlos

wie erstarrt
stehe ich in der welt
nehme nichts mehr wahr
das fenster in meinem kopf
steht weit offen
sie sind ausgeflogen
meine gedanken
schwimmen durch den trubel der welt
und ich kann ausruhen
gedankenlos glücklich
genieße ich die leere
bin auf stand by
das system herunter gefahren


verstehen

sollen wir uns
weil man das
von uns erwartet

verstehen
nur wie
wenn wir nicht
eine gemeinsame sprache
sprechen

wo bleibt das
verständnis
für unser
nicht-verstehen

verstehst du das


zwischen den welten

zwischen den welten verirrt
gefangen im strudel der zeiten
von der gegenwart aufgesaugt
in die vergangene zukunft geblickt

geschundene kniee bluten
lass rosenwasser
darauf träufeln

am weltnabel sitzend
keinen blick zu viel riskieren
mit geschlossenen augen fallen
den luftzug genießen
im takt deines lebens


nicht die zeit

worte fliegen durch die stille
machen nirgends halt
rastlos verwirrend schnell
hab keine zeit sie aufzuschreiben
sie fliegen weiter immer weiter
verblassen am horizont
und tauchen hinab in den
ozean der vergangenheit
unausgesprochene worte
die nie zu ende gedacht
nicht jetzt
es ist nicht die zeit
ihnen raum zu geben
worte
die sich hinter meinem verstand verstecken


perspektiven

perspektiven sind es
die mich aufatmen lassen
meinen geist bewegen
der frei atmet und großes vollbringt
mit einem fingerschnippsen
in dem die kraft der welt
zu liegen scheint

mein blick schweift in die runde
die welt kann so schön sein
wenn der irrsinn
eine kurze pause einlegt
ich sehe meinen weg
und setze einen fuß vor den anderen
nichts kann mich mehr halten
hab meine bestimmung gefunden


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